Autor: Michael Kaufmann

🥱 Kennst du Menschen, die ganz genau wissen, was sie tun sollten? 🥴

💡 Die genau wissen, was ihr Problem ist und welche Lösungsansätze sie zumindest einmal ausprobieren könnten? Und warum setzen sie es dann nicht um? Was hält sie wirklich davon ab, den ersten Schritt zu gehen? Es ist oft nicht der fehlende Plan, sondern etwas Tieferes, das uns alle manchmal blockiert.

⏳ Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einem Team zum Thema Fokus. Ich wollte eine kurze Übung mit ihnen machen, um ihnen zu verdeutlichen, dass wenn jeder 3 Themen gleichzeitig macht, es kein Wunder ist, dass sie wenig fokussiert sind. Als ich die Regeln erklären wollte, meinten sie einstimmig: Ja, das kennen wir schon, das hat dein Kollege schon vor einiger Zeit mit uns gemacht. Die Situation war fast schon komisch – sie hatten das Wissen, die Erfahrung und doch blieben sie in ihrer alten Gewohnheit stecken.

⁉️ Und warum setzt ihr es dann nicht um? Diese Frage, so einfach sie klingt, kann eine ganze Kette von Reaktionen auslösen. Sie bringt Menschen dazu, sich selbst zu hinterfragen – wenn sie bereit sind, hinzuschauen.

❓ Warum handeln solche Menschen nicht, obwohl sie wissen, was zu tun ist? Die Visualisierung von Können, Dürfen, Wollen, die ich zum ersten Mal von Klaus Doppler gesehen habe, kann hier helfen.

❓ Verfügen diese Menschen über die Fähigkeiten oder Ressourcen, um die Lösungen umzusetzen? Gibt es Unsicherheiten oder ein Gefühl der Überforderung? Vielleicht fehlt ihnen die notwendige Sicherheit, dass ihre Mühe auch wirklich belohnt wird.

❓ Gibt es äußere oder innere Hindernisse, die sie daran hindern? Möglicherweise fühlen sie sich durch Regeln, Erwartungen oder mangelndes Vertrauen eingeschränkt. Aber oft sind es auch die eigenen inneren Schranken, wie Selbstzweifel oder die Angst vor Veränderung, die sie zurückhalten.

❓ Ist die Motivation tatsächlich vorhanden? Oder empfinden sie ihre aktuelle Situation trotz der Probleme als angenehm genug, um nichts zu tun? Es gibt ein bekanntes Zitat: „Change happens when the pain of staying the same is greater than the pain of change.” – Tony Robbins“ Vielleicht sind sie noch nicht an diesem Punkt angelangt.

🤔 Angenommen, sie dürfen oder wir können schnell erreichen, dass wir wenigstens ein Experiment starten können, das in die richtige Richtung geht. Angenommen, sie können oder wir haben wenigstens einen Plan, wie wir ihnen zu dem Wissen verhelfen können. Und weiter angenommen: Wir kommen an dem Punkt an, an dem wir feststellen, dass sie nicht wollen. Was machen wir dann? Wie können wir mit dieser Haltung umgehen, ohne uns selbst dabei zu verlieren? Es ist ein Balanceakt zwischen Unterstützen und Abgrenzen.

❓ Wie viel von unserer eigenen Energie sollten wir in diese Menschen investieren? Wo ziehen wir Grenzen? Grenzen sind nicht egoistisch. Sie sind notwendig, um langfristig gesund und effektiv zu bleiben.

🪣️ Wir sind alle sehr gut darin, Leute einzuladen und einzustellen. Wir sind super darin, Hilfe anzubieten und immer und immer wieder zu unterstützen. Im Trennen sind wir leider oft nicht so gut, obwohl es dringend notwendig wäre. Manchmal halten wir an der Hoffnung fest, dass sich alles von selbst regelt. Doch das tut es selten.

👇 Es geht nicht darum, jemanden fallen zu lassen, sobald er nicht sofort handelt. Doch irgendwann stellt sich die Frage, ob unsere Unterstützung wirklich hilft oder ob wir lediglich Teil eines endlosen Kreislaufs aus Einsicht und Untätigkeit werden. Wie gehe ich mit dieser Herausforderung um? Wann merke ich, dass es mir zu viel Kraft raubt?

🏁 Wo ziehe ich die Grenze für mich? Und wie erkenne ich diese? Oft merke ich es daran, dass ich mich nach Gesprächen ausgelaugt und frustriert fühle, ohne dass sich etwas bewegt hat. Je länger ich in dieser Dynamik bleibe, desto weniger Energie habe ich für die Menschen oder Projekte, die wirklich vorankommen wollen.

🤯 Ein Warnsignal ist, wenn ich immer wieder dieselben Ratschläge gebe, ohne dass daraus Konsequenzen folgen. In solchen Momenten hilft es mir, innezuhalten und zu fragen: Was bringt diese Beziehung oder Zusammenarbeit für beide Seiten? Habe ich noch die Energie und den Willen, weiter zu unterstützen? Oder ist es an der Zeit, Verantwortung abzugeben und mich auf andere Dinge zu konzentrieren?

⚡️ Ein Perspektivwechsel kann helfen. Vielleicht müssen wir uns von der Vorstellung lösen, dass wir andere retten können. Stattdessen können wir als Impulsgeber dienen und die Verantwortung dort lassen, wo sie hingehört. Menschen zu motivieren, bedeutet nicht, die Arbeit für sie zu übernehmen. Es bedeutet, sie zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen – oder die Konsequenzen ihrer Untätigkeit zu tragen.

Kleine Veränderungen 16: Ehrenamtlich tätig sein – gib was ins System zurück

Vor einigen Jahren durchlebte ich eine schwierige Zeit. Mein Leben war aus dem Gleichgewicht geraten, und ich wusste nicht, wie ich alleine wieder auf die Beine kommen sollte. In dieser Phase begegnete mir die Caritas, eine Organisation, die mir mit offenen Armen und einer Vielzahl von Hilfsangeboten begegnete. Sie halfen mir, meine Situation zu ordnen und den Mut zu finden, Schritt für Schritt nach vorne zu gehen. Ohne diese Unterstützung wäre es mir vermutlich nicht gelungen, mich so schnell zu stabilisieren und mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Als mein Alltag sich schließlich beruhigte und ich wieder sicherer auf eigenen Füßen stand, fühlte ich den starken Wunsch, etwas zurückzugeben. Es war eine tiefe Dankbarkeit, die mich dazu brachte, über ein Ehrenamt nachzudenken. Ich wollte anderen Menschen helfen, die sich in ähnlichen Lebenslagen befinden, und ihnen die Unterstützung geben, die mir selbst so viel bedeutet hatte.

Meine Suche nach einer geeigneten Möglichkeit führte mich schließlich zu den Tafeln in Beiertheim. Diese Organisation versorgt Menschen in Not mit Lebensmitteln, die von Supermärkten oder anderen Spendern zur Verfügung gestellt werden. Es ist eine Arbeit, die unmittelbar Gutes tut und die ich als unglaublich wichtig empfinde. Hier konnte ich etwas Praktisches tun, anpacken, und direkt sehen, wie meine Hilfe ankommt. Der Gedanke, dass Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind, durch meinen Einsatz etwas weniger Sorgen haben könnten, motivierte mich enorm.

Da ich mich gerade in einem Prozess des Abnehmens befand und mir vorgenommen hatte, mein Gewicht zu reduzieren, verband ich meine persönliche Herausforderung mit meinem Engagement bei den Tafeln. Für jedes verlorene Kilogramm Körpergewicht spendete ich ein Kilogramm Butter an die Tafeln. Das war für mich ein symbolischer Akt, der zeigte, dass ich nicht nur für mich selbst kämpfte, sondern dass jeder Fortschritt auch anderen zugutekam. Es war eine Art Motivation, die über mich selbst hinausging. Nach den ersten zehn Kilogramm war es fast ein feierlicher Moment, als ich zehn Kilogramm Butter zur Tafel brachte. Bei den nächsten zehn Kilogramm waren es dann schon zwanzig Kilogramm Butter, und so ging es weiter. Jedes Mal, wenn ich eine größere Menge abgeben konnte, fühlte ich mich stolz und erfüllt. Es war ein Weg, meine persönlichen Erfolge mit einem sozialen Beitrag zu verbinden.

Dieses Engagement hat mir gezeigt, wie sehr ehrenamtliche Arbeit nicht nur den Menschen hilft, die Unterstützung brauchen, sondern auch denen, die helfen. Indem ich mich einbrachte und meine Zeit und Energie investierte, bekam ich das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Es war, als würde ich einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Das stärkte nicht nur mein Selbstwertgefühl, sondern förderte auch mein persönliches Wachstum. Ehrenamtliche Arbeit ist nicht nur eine Geste der Nächstenliebe, sondern auch ein Weg, sich selbst zu finden und zu entwickeln. Es lehrt uns, über unseren eigenen Tellerrand hinauszublicken und die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Wir erkennen, dass unsere Handlungen, so klein sie auch scheinen mögen, eine große Wirkung haben können.

Es ist nicht nur das unmittelbare Helfen, das ehrenamtliche Arbeit so wertvoll macht. Es sind die Begegnungen, die Gespräche, das Miteinander, das uns als Menschen bereichert. Ich lernte viele Menschen kennen, die sich ebenfalls bei den Tafeln engagierten. Jeder von ihnen hatte seine eigene Geschichte, seine eigenen Gründe, warum er oder sie sich entschieden hatte zu helfen. Einige waren wie ich, sie wollten etwas zurückgeben, weil sie selbst Hilfe erfahren hatten. Andere wollten einfach einen Beitrag leisten, weil sie überzeugt waren, dass es unsere Verantwortung ist, denjenigen zu helfen, die es gerade schwerer haben. Diese Begegnungen haben mich tief beeindruckt. Sie zeigten mir, dass wir als Gemeinschaft stark sind, wenn wir zusammenstehen und uns gegenseitig unterstützen.

Doch die Realität ist oft ernüchternd. Die Zahl der Menschen, die auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind, steigt stetig, während die Spendenbereitschaft vieler Menschen und Unternehmen zurückgeht. Die Tafeln sind auf Spenden angewiesen, nicht nur in Form von Lebensmitteln, sondern auch in Form von Zeit und Engagement. Viele Tafeln kämpfen um ihr Überleben, weil die Ressourcen knapp werden. Es ist traurig zu sehen, wie eine so wichtige Einrichtung, die für viele Menschen die letzte Anlaufstelle ist, immer mehr unter Druck gerät. Es ist eine schmerzliche Wahrheit, dass gerade die Menschen, die am meisten Hilfe brauchen, oft die ersten sind, die darunter leiden, wenn die Unterstützung nachlässt.

Dieser Umstand motiviert mich umso mehr, weiterzumachen und auch andere zu ermutigen, sich zu engagieren. Ehrenamtliche Arbeit ist eine Möglichkeit, etwas zurückzugeben und zu zeigen, dass wir als Gesellschaft nicht nur aus Einzelkämpfern bestehen. Es geht nicht darum, dass jeder seine gesamte Freizeit opfert oder riesige Summen spendet. Es geht darum, einen kleinen Beitrag zu leisten, der in der Summe einen großen Unterschied machen kann. Jede Stunde, jede Spende, jeder Einsatz zählt.

Meine Erfahrung bei den Tafeln hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Es geht nicht nur um die Menschen, die sich in einer Notlage befinden und auf Hilfe angewiesen sind. Es geht um die Gemeinschaft als Ganzes. Es geht darum, füreinander da zu sein, Verantwortung zu übernehmen und ein Zeichen der Menschlichkeit zu setzen. In einer Welt, die oft von Egoismus und Gier geprägt scheint, ist es ein Akt der Rebellion, sich für andere einzusetzen, ohne etwas dafür zu erwarten.

Das Ehrenamt hat mir auch persönlich viel gegeben. Es hat mir eine neue Perspektive auf das Leben ermöglicht, mich geerdet und mir gezeigt, dass wir alle aufeinander angewiesen sind. Es hat mich dankbar gemacht für das, was ich habe, und mir gleichzeitig bewusst gemacht, wie schnell man selbst in eine Situation geraten kann, in der man auf Hilfe angewiesen ist. Diese Erkenntnis hat mich demütig gemacht und mir gezeigt, dass wir uns nie zu sicher fühlen sollten. Das Leben ist unvorhersehbar, und es kann jeden von uns treffen.

Durch mein Engagement habe ich auch gelernt, wie wichtig es ist, dass wir unsere Fähigkeiten und Talente einbringen, wo immer es möglich ist. Jeder von uns hat etwas, das er geben kann. Das muss nicht immer Geld sein. Es kann Zeit sein, Wissen, ein offenes Ohr oder eine helfende Hand. Jeder Beitrag, so klein er auch erscheinen mag, ist wertvoll und kann einen Unterschied machen. Diese Haltung hat mein Leben bereichert und mir gezeigt, dass wir alle die Möglichkeit haben, die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Für mich ist das Ehrenamt zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden. Es ist nicht nur etwas, das ich tue, weil ich mich verpflichtet fühle. Es ist eine Leidenschaft, die mich antreibt und mir Kraft gibt. Es ist ein Weg, Sinn in meinem Leben zu finden und mich mit anderen zu verbinden. Es ist eine Erinnerung daran, dass wir nicht allein sind und dass wir, wenn wir zusammenhalten, Großes erreichen können.

Wenn ich an die vielen Menschen denke, die ich bei den Tafeln getroffen habe – sowohl die, die geholfen haben, als auch die, die Hilfe in Anspruch genommen haben – dann erfüllt mich das mit Dankbarkeit und Demut. Diese Menschen haben mir gezeigt, dass es nicht viel braucht, um eine Veränderung zu bewirken. Es sind die kleinen, alltäglichen Taten, die die größte Wirkung haben. Ein Lächeln, eine helfende Hand, ein offenes Ohr – all das kann mehr bewirken, als wir oft denken. Diese Erkenntnis hat mein Leben verändert und mir gezeigt, dass wir alle in der Lage sind, etwas zu tun.

Ehrenamtliche Arbeit ist eine Möglichkeit, diese Welt ein wenig heller zu machen. Sie ist eine Möglichkeit, die Kluft zwischen denen, die haben, und denen, die brauchen, ein kleines Stück zu überbrücken. Sie ist eine Möglichkeit, Solidarität zu zeigen und sich gegenseitig zu unterstützen. Und sie ist eine Möglichkeit, sich selbst zu finden, indem man anderen hilft.

Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte darüber nachdenken, sich ehrenamtlich zu engagieren. Es gibt so viele Bereiche, in denen Hilfe benötigt wird, so viele Organisationen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Ob es nun die Tafeln sind, eine Obdachlosenhilfe, ein Tierschutzverein oder eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche – die Möglichkeiten sind vielfältig. Es geht darum, den Mut zu haben, den ersten Schritt zu tun und sich auf das Abenteuer einzulassen. Es geht darum, zu erkennen, dass wir alle die Fähigkeit haben, etwas zu bewirken, und dass es an uns liegt, diese Fähigkeit zu nutzen.

Meine Reise im Ehrenamt hat mir gezeigt, dass es oft die kleinen Veränderungen sind, die die größte Wirkung haben. Es hat mir gezeigt, dass wir alle etwas zu geben haben und dass wir, wenn wir zusammenstehen, die Welt ein kleines Stück besser machen können. Es ist ein Weg, um zu wachsen, zu lernen und über sich selbst hinauszuwachsen. Und es ist ein Weg, um Dankbarkeit zu zeigen für das, was wir haben, und um anderen die Hand zu reichen, die sie gerade brauchen.

Es ist nie zu spät, etwas Neues auszuprobieren und etwas zurückzugeben. Es ist nie zu spät, sich für andere einzusetzen und zu zeigen, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen. Jeder von uns kann etwas tun. Jeder von uns kann einen Unterschied machen. Es liegt an uns, die Welt zu gestalten, in der wir leben wollen. Und manchmal beginnt diese

Veränderung mit einer kleinen Geste, mit einem ersten Schritt, mit einem offenen Herzen.

Self Defence for Leaders 01 – Warum Selbstschutz kein Luxus ist

Die Verantwortung der Führungskraft

Führung bedeutet, Verantwortung zu tragen. Für Ziele, für Ergebnisse, für Menschen. Es bedeutet, den Weg zu ebnen, wo er steinig ist, und Klarheit zu schaffen, wo Unsicherheit herrscht. Wer führt, muss oft vermitteln, entscheiden, stärken – und dabei selbst stark bleiben. Doch während der Fokus auf das Außen gerichtet ist, bleibt eine zentrale Frage allzu oft unbeachtet: Wer sorgt für dich?

Was bedeutet Self Defence?

Selbstschutz, oder Self Defence, klingt vielleicht im ersten Moment nach Rückzug. Doch tatsächlich geht es um das genaue Gegenteil. Es geht darum, präsent zu bleiben, kraftvoll zu führen und langfristig wirksam zu sein. Führung ist ein Marathon, kein Sprint. Wer ohne Pause durchrennt, mag am Anfang schnell sein, doch das Ziel wird er so nicht erreichen. Selbstschutz heißt, bewusst Grenzen zu setzen und Raum für die eigene Regeneration zu schaffen.

Die schleichende Gefahr der Überlastung

Überlastung schleicht sich oft still und leise ein. Sie beginnt mit den kleinen Dingen – einer überfüllten Agenda, ein paar durchgearbeiteten Abenden, ein paar Wochen ohne echte Erholung. Am Anfang meiner Karriere als Führungskraft dachte ich, schlicht unzerstörbar zu sein. Einerseits wollte ich mich beweisen und zeigen, dass ich meinen Job gut mache, andererseits hatte ich großen Spaß an meiner Arbeit.

Eigentlich eine gute Sache, doch in meinem Fall eine unheilvolle Kombination. Ehe ich mich versah, war ich bei über 20 Projekten als Vertreter des Teams eingetragen. Jedes Projekt hatte wöchentliche Jour-Fixe von 30 bis 60 Minuten. Mit Vor- und Nachbereitung wären meine Wochenstunden allein dadurch aufgebraucht gewesen. Und nebenher hatte ich ja noch ein Team zu führen. Nach und nach wurde diese Überlastung zur neuen Normalität.

Bald darauf stellten sich die Nächte ein, in denen der Schlaf nicht mehr ausreichte, die Tage, an denen die Motivation schwerfiel, und die Momente, in denen jede Entscheidung sich wie ein Kraftakt anfühlte. Was ich erst im Nachhinein erkannte: Überlastung tarnt sich geschickt. Sie wird zur unsichtbaren Begleiterin, bis sie irgendwann unübersehbar wird. Und dann? Ist der Schaden oft größer, als man sich eingestehen will.

Die Haltung des Self Defence

Hier setzt Self Defence für Leader an. Es ist keine Methode, die nur in Krisenzeiten funktioniert. Es ist eine Haltung. Eine bewusste Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst. Selbstschutz bedeutet, sich Raum zu nehmen, bevor man ihn dringend braucht. Es bedeutet, innezuhalten, bevor die Überlastung die Kontrolle übernimmt. Und es bedeutet, klar zu sehen, dass Balance zwischen Selbstfürsorge und Führung keine Schwäche, sondern Stärke ist.

Self Defence heißt auch, sich Zeit für Reflexion zu nehmen. Was treibt dich an? Was kostet dich Kraft? Führung beginnt im Inneren, bei den eigenen Werten und Prioritäten. Wer sich selbst nicht versteht, kann andere nicht effektiv leiten. Diese Haltung erfordert Mut: den Mut, auch mal Nein zu sagen, den Mut, Pausen einzulegen, und den Mut, Schwäche zu zeigen, wenn es nötig ist.

Warum Balance entscheidend ist

Die Balance ist der Schlüssel. Es geht nicht darum, sich zurückzuziehen, sondern die eigene Energie sinnvoll zu nutzen. Wenn du dir erlaubst, für dich selbst zu sorgen, gibst du auch deinem Team das Beste von dir – nicht nur das, was übrig bleibt. Balance schafft die Grundlage für Klarheit und Handlungsfähigkeit. Und sie macht aus dir nicht nur einen Leader, sondern ein Vorbild für nachhaltigen Erfolg.

Vielleicht mag das wie ein Widerspruch klingen: Mehr zu leisten, indem man bewusst Pausen setzt und Energie effizient nutzt. Es ist der Unterschied zwischen einem Strohfeuer, das hell auflodert und schnell erlischt, und einer Glut, die gleichmäßig und dauerhaft Wärme spendet. Deine Energie ist dein wertvollstes Gut. Behandle sie mit Respekt.

Führung beginnt bei dir. Und Self Defence ist kein Luxus – es ist die Grundlage für nachhaltige Führung.

cheers
Michaelus

#SelfDefenceForLeaders #Leadership #Resilienz #Selbstfürsorge #LeaderMindset

Kleine Veränderungen 15: Ein neues Hobby ausprobieren – einfach mal raus aus der Komfortzone

Ein neues Hobby auszuprobieren – das klingt auf den ersten Blick aufregend und verheißungsvoll. Doch wie oft denken wir an diese Möglichkeit und schieben sie dann doch beiseite? Der Gedanke, dass man plötzlich eine ganz neue Leidenschaft entdecken könnte, ist verlockend. Aber wie beginnt man? Neue Hobbys fallen einem nicht einfach in den Schoß. Sie klopfen nicht an die Tür und stellen sich vor: „Hallo, ich bin das Hobby, das du schon immer gesucht hast!“ Stattdessen stehen wir oft ratlos vor der Vielfalt der Möglichkeiten, überfordert von der schieren Auswahl und unsicher, ob es das Richtige für uns ist. Diese Unsicherheit führte bei mir dazu, dass ich den Gedanken an ein neues Hobby immer wieder verdrängte. Die Bequemlichkeit siegte, und ich blieb bei den alten, vertrauten Aktivitäten.

Irgendwann wurde mir jedoch klar, dass es nicht immer darum geht, etwas völlig Neues zu finden. Manchmal kann es genauso bereichernd sein, alte Hobbys wiederzuentdecken, die man aus den Augen verloren hat. Hobbys, die einem früher Freude bereitet haben, aber aus verschiedenen Gründen in den Hintergrund getreten sind. Diese Erkenntnis war für mich ein Wendepunkt. Statt krampfhaft nach einer neuen Beschäftigung zu suchen, begann ich, mich an die Dinge zu erinnern, die mir einmal Spaß gemacht hatten. So kam ich auf die Idee, wieder mit dem Radfahren zu beginnen.

Früher war ich oft mit dem Fahrrad unterwegs. Es war für mich mehr als nur ein Mittel, um von A nach B zu kommen. Es war ein Gefühl von Freiheit, die Möglichkeit, die Natur zu erleben und die Welt um mich herum aus einer anderen Perspektive zu sehen. Doch mit der Zeit und den wachsenden Verpflichtungen geriet das Radfahren in Vergessenheit. Es war, als hätte ich diese Leidenschaft irgendwo auf dem Weg verloren, ohne es wirklich zu merken. Also entschied ich mich, das Rad aus dem Keller zu holen, die Reifen aufzupumpen und es noch einmal zu versuchen.

Die ersten Touren waren erstaunlich. Es war, als hätte ich einen alten Freund wiedergetroffen. Ich entdeckte die Umgebung rund um Karlsruhe neu, erkundete Wege, die ich zuvor nie befahren hatte, und fühlte mich dabei frei und lebendig. Es war eine Mischung aus körperlicher Betätigung und mentaler Entspannung. Der Wind, der mir ins Gesicht blies, die frische Luft, die Gerüche der Natur – all das holte mich aus dem Alltag heraus und ließ mich den Moment genießen. Es war nicht nur eine Rückkehr zu einem alten Hobby, sondern auch eine Rückkehr zu mir selbst.

Diese Erfahrung zeigte mir, wie wichtig Hobbys für unser Wohlbefinden sind. Sie sind mehr als nur eine Möglichkeit, die Zeit zu vertreiben. Sie geben uns die Gelegenheit, uns selbst auszudrücken, uns zu entfalten und aus dem Alltag auszubrechen. Sie bieten uns eine Auszeit von den täglichen Verpflichtungen und helfen uns, den Kopf freizubekommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine sportliche Aktivität, eine kreative Beschäftigung oder ein handwerkliches Projekt handelt. Wichtig ist, dass wir etwas finden, das uns Freude bereitet und uns herausfordert.

Ein neues Hobby auszuprobieren bedeutet oft, sich auf etwas Unbekanntes einzulassen. Es erfordert Mut, etwas Neues zu beginnen, besonders wenn man keine Erfahrung darin hat. Es gibt immer die Angst, zu scheitern, sich ungeschickt anzustellen oder nicht gut genug zu sein. Diese Unsicherheiten halten uns oft davon ab, etwas Neues zu wagen. Doch gerade das Ausprobieren neuer Dinge kann uns helfen, über uns selbst hinauszuwachsen. Es fordert uns heraus, unsere Komfortzone zu verlassen und neue Fähigkeiten zu entwickeln. Es zeigt uns, dass wir in der Lage sind, mehr zu lernen und zu erreichen, als wir vielleicht dachten.

Dabei geht es nicht nur darum, in einem neuen Hobby zu „glänzen“. Es geht darum, die Freude am Lernen und Entdecken wiederzufinden. Es geht darum, sich selbst die Erlaubnis zu geben, Anfänger zu sein, Fehler zu machen und dennoch weiterzumachen. Es ist eine Möglichkeit, spielerisch und ohne Druck neue Erfahrungen zu sammeln. In dieser Hinsicht kann ein neues Hobby wie ein Abenteuer sein. Ein Abenteuer, das uns zeigt, dass wir immer noch neugierig sein können, dass wir immer noch wachsen und uns weiterentwickeln können, egal in welchem Alter oder welcher Lebensphase wir uns befinden.

Das Schöne an Hobbys ist auch, dass sie uns oft mit anderen Menschen verbinden. Ob in einem Sportverein, bei einem Malkurs oder in einer Kochgruppe – durch gemeinsame Interessen entstehen oft neue Freundschaften und soziale Kontakte. Man trifft Menschen, die ähnliche Interessen haben, mit denen man sich austauschen und von denen man lernen kann. Diese Begegnungen bereichern unser Leben und erweitern unseren Horizont. Sie zeigen uns, dass wir nicht allein sind, dass es viele Menschen gibt, die ebenfalls auf der Suche nach neuen Erfahrungen und Gemeinschaft sind.

Ein weiteres, oft unterschätztes Geschenk, das uns Hobbys machen können, ist die Zeit mit uns selbst. In einer Welt, die ständig in Bewegung ist, in der wir permanent erreichbar und vernetzt sind, ist es manchmal schwer, einen Moment der Ruhe und des Rückzugs zu finden. Ein Hobby kann uns diesen Raum schenken. Es ist eine Zeit, in der wir ganz bei uns sein können, ohne Ablenkung, ohne Verpflichtungen. Es ist eine Zeit, in der wir uns selbst spüren, unsere Gedanken ordnen und uns auf das konzentrieren können, was uns wirklich wichtig ist. Diese Zeit ist kostbar, weil sie uns hilft, uns selbst wieder näherzukommen und die Verbindung zu uns selbst zu stärken.

Nachdem ich das Radfahren wieder für mich entdeckt hatte, öffnete sich in mir eine neue Lust am Entdecken. Ich wollte mehr ausprobieren, mich wieder mehr auf Dinge einlassen, die ich lange Zeit vernachlässigt hatte. So begann ich, alte Hobbys wieder aufzugreifen, die ich aus den Augen verloren hatte. Ich nahm wieder die Gitarre zur Hand, die lange ungenutzt in der Ecke stand, und begann, mich in alte Melodien zu vertiefen. Ich kramte die Pinsel hervor und begann, wieder zu malen, auch wenn ich längst nicht mehr so geschickt war wie früher. Es war nicht wichtig, ob das, was ich tat, besonders gut war oder nicht. Es war einfach schön, es zu tun, sich selbst die Zeit zu geben und in diesen Tätigkeiten aufzugehen.

Durch diese Erfahrungen wurde mir klar, dass es oft gar nicht notwendig ist, sich etwas völlig Neues zu suchen. Manchmal reicht es, die alten Leidenschaften wieder zu entdecken und ihnen einen neuen Raum im Leben zu geben. Es geht nicht darum, sich ständig neu zu erfinden oder den neuesten Trends zu folgen. Es geht darum, das zu tun, was einem Freude bereitet, was einen inspiriert und erfüllt. Diese Hobbys müssen nicht spektakulär oder außergewöhnlich sein. Sie müssen nicht einmal perfekt ausgeführt werden. Wichtig ist, dass sie uns gut tun, dass sie uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und uns für einen Moment den Alltag vergessen lassen.

Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich das Gefühl hatte, in meinem Alltag festzustecken. Die Tage glichen sich, und ich hatte das Gefühl, immer nur zu funktionieren. Da kam die Idee auf, etwas Neues auszuprobieren. Ich wollte etwas finden, das mir Freude bereitet, mich herausfordert und inspiriert. Doch anstatt lange zu suchen und mich selbst unter Druck zu setzen, entschied ich mich, einfach das zu tun, was mir in den Sinn kam. Ich schnappte mir mein Rad, fuhr los und ließ mich treiben. Diese Freiheit, einfach loszufahren, ohne Ziel und Plan, war genau das, was ich brauchte. Sie zeigte mir, dass es manchmal gar nicht so kompliziert sein muss. Man muss nur anfangen, den ersten Schritt tun, sich selbst die Erlaubnis geben, etwas auszuprobieren.

Ein neues Hobby kann uns auch helfen, unser Selbstvertrauen zu stärken. Es zeigt uns, dass wir in der Lage sind, Neues zu lernen, dass wir Herausforderungen meistern können und dass es nie zu spät ist, etwas zu beginnen. Es gibt uns die Möglichkeit, stolz auf uns zu sein, auch wenn es nur kleine Fortschritte sind. Diese Erfolgserlebnisse, sei es das erste Mal, dass man eine Melodie auf der Gitarre spielen kann, die ersten Kilometer, die man joggt, oder das erste Bild, das man malt, sind wertvoll. Sie geben uns das Gefühl, etwas erreicht zu haben, und motivieren uns, weiterzumachen.

Die Entscheidung, ein neues Hobby auszuprobieren oder alte Hobbys wieder aufleben zu lassen, ist eine Entscheidung für uns selbst. Es ist eine Entscheidung, sich selbst Raum und Zeit zu geben, sich selbst wichtig zu nehmen und das Leben in seiner Vielfalt zu genießen. Es ist eine Einladung, neugierig zu bleiben, die Freude am Entdecken nicht zu verlieren und das Leben mit all seinen Möglichkeiten zu umarmen. Hobbys bereichern unser Leben, sie geben ihm Farbe und Tiefe. Sie sind ein Geschenk, das wir uns selbst machen können.

Am Ende ist es egal, welches Hobby man wählt. Ob man sich für Sport, Kunst, Musik oder Handwerk interessiert, ob man gerne liest, kocht oder gärtnert – wichtig ist, dass man etwas findet, das einem Freude bereitet und in dem man sich selbst wiederfindet. Es geht nicht darum, perfekt zu sein oder etwas Besonderes zu leisten. Es geht darum, sich selbst zu erlauben, zu spielen, zu entdecken und zu wachsen. Ein neues Hobby ist mehr als nur

eine Freizeitbeschäftigung. Es ist eine Möglichkeit, das Leben zu feiern, die eigene Kreativität zu entfalten und sich selbst besser kennenzulernen.

Vielleicht hast du auch ein altes Hobby, das du wiederentdecken möchtest. Vielleicht gibt es etwas, das du schon immer ausprobieren wolltest, aber nie die Zeit oder den Mut dazu hattest. Lass dich nicht entmutigen. Geh es an, Schritt für Schritt. Sei geduldig mit dir selbst und genieße den Prozess des Lernens und Entdeckens. Du wirst sehen, dass es sich lohnt. Ein neues Hobby ist ein Geschenk an dich selbst, eine Möglichkeit, dein Leben zu bereichern und dich selbst auf neue Weise zu erleben.

Kleine Veränderungen 14: Zeit für Freunde und Familie reservieren – im Austausch bleiben

Es passiert schneller, als man denkt. Der Alltag ist hektisch, die To-Do-Liste scheint endlos, und ehe man sich versieht, sind wieder ein paar Wochen vergangen, ohne dass man Zeit mit den Menschen verbracht hat, die einem am wichtigsten sind. Hier ein paar Überstunden im Büro, dort eine Geschäftsreise, und zwischendurch sehnt man sich nach ein bisschen Ruhe und Erholung für sich selbst. Man schiebt Treffen mit Freunden und Familie vor sich her, weil man glaubt, später mehr Zeit zu haben, wenn der Stress weniger wird oder die Projekte abgeschlossen sind. Doch genau das passiert nicht. Die Wochen vergehen, und die wichtigen sozialen Kontakte rücken immer weiter in den Hintergrund. Es wird nicht leichter, sondern immer schwieriger, sich bewusst Zeit für die Menschen zu nehmen, die einem am Herzen liegen.

Dabei sind diese Beziehungen für unser Wohlbefinden von unschätzbarem Wert. Freunde und Familie sind nicht nur Begleiter im Leben, die unsere Hobbys teilen oder mit denen wir schöne Erinnerungen schaffen. Sie sind auch eine Art Spiegel, in dem wir unser Verhalten und unsere Gedanken reflektiert sehen. Sie kennen uns oft besser, als wir uns selbst kennen, und können uns auf eine ehrliche und liebevolle Weise die Wahrheit sagen, besonders dann, wenn wir selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Diese Menschen haben den Mut und das Vertrauen, uns zu sagen, wenn wir auf dem falschen Weg sind, uns zu viel zumuten oder uns selbst belügen. Sie halten uns den Spiegel vor und helfen uns, uns weiterzuentwickeln und unser Leben bewusster zu gestalten.

Doch all das ist nur möglich, wenn wir uns die Zeit nehmen, diese Beziehungen zu pflegen. Beziehungen brauchen Zeit und Aufmerksamkeit, sie müssen gehegt und gepflegt werden, wie ein Garten, der ohne Wasser und Pflege verkümmert. Es reicht nicht, sich ab und zu zu melden oder sporadisch eine Nachricht zu schreiben. Es geht darum, präsent zu sein, wirklich zuzuhören und den anderen Raum zu geben. Es geht darum, sich gegenseitig zu unterstützen, Freude zu teilen, aber auch in schwierigen Zeiten füreinander da zu sein.

Der regelmäßige Kontakt mit Freunden und Familie hat nicht nur einen positiven Einfluss auf unser emotionales Wohlbefinden, sondern wirkt sich auch auf unsere physische und mentale Gesundheit aus. Studien belegen, dass Menschen mit starken sozialen Bindungen zufriedener sind, weniger unter Stress leiden und ein geringeres Risiko haben, an Depressionen zu erkranken. Der Austausch mit anderen, das Gefühl der Zugehörigkeit und das Wissen, dass man nicht allein ist, stärkt unser Immunsystem und fördert unser Wohlbefinden. Es gibt uns die Kraft, auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten und Herausforderungen besser zu bewältigen. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und ohne die Nähe und den Austausch mit anderen verkümmern wir, selbst wenn wir das oft erst spät erkennen.

Freundschaften und familiäre Beziehungen geben uns das Gefühl, zu Hause zu sein, einen sicheren Hafen zu haben, in dem wir so sein können, wie wir wirklich sind. Sie bieten uns Halt und Sicherheit, wenn das Leben uns herausfordert. Sie geben uns die Möglichkeit, uns selbst zu reflektieren, unsere Gedanken und Gefühle zu teilen und dadurch Klarheit zu gewinnen. In diesen Beziehungen können wir wachsen, lernen und uns weiterentwickeln. Sie sind wie Anker, die uns in der Hektik des Alltags stabilisieren und uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist.

Das Problem ist oft, dass wir uns diese Bedeutung nicht bewusst machen und glauben, dass die Menschen, die uns lieben, es schon verstehen, wenn wir uns nicht melden oder keine Zeit haben. Doch so funktioniert das nicht. Beziehungen, egal wie stark sie sind, brauchen Pflege. Sie brauchen Aufmerksamkeit, Zuwendung und gemeinsame Zeit. Sonst laufen wir Gefahr, dass diese wertvollen Verbindungen brüchig werden oder sogar ganz verloren gehen. Wir nehmen unsere Lieben oft als selbstverständlich hin, bis sie plötzlich nicht mehr da sind, und dann ist es oft zu spät.

Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, bewusst Zeit für Freunde und Familie einzuplanen. Das klingt vielleicht unromantisch, aber es ist oft der einzige Weg, um sicherzustellen, dass diese wichtigen Verbindungen nicht im Alltag untergehen. So, wie wir berufliche Termine in unseren Kalender eintragen, sollten wir auch die Treffen mit unseren Liebsten fest einplanen. Ein regelmäßiges Abendessen, ein gemeinsamer Spaziergang oder ein Videoanruf können bereits viel bewirken. Es geht nicht darum, jede freie Minute zu verplanen, sondern darum, bewusst Raum zu schaffen, in dem diese Beziehungen gelebt werden können.

Dabei ist es wichtig, dass diese Zeit auch wirklich ungestört und präsent genutzt wird. In unserer schnelllebigen und digitalisierten Welt ist es leicht, ständig abgelenkt zu sein. Ein kurzer Blick aufs Handy, eine Nachricht, die beantwortet werden muss, oder eine E-Mail, die noch schnell geschrieben werden soll – all das kann dazu führen, dass wir zwar körperlich anwesend sind, aber mit unseren Gedanken ganz woanders. Doch das spüren die Menschen um uns herum. Sie merken, wenn wir nicht wirklich da sind, wenn wir nur halbherzig zuhören und mit dem Kopf schon bei der nächsten Aufgabe sind. Das verletzt und schafft Distanz. Umso wichtiger ist es, in diesen Momenten ganz bewusst das Handy zur Seite zu legen, den Computer auszuschalten und sich voll und ganz auf die Menschen einzulassen, mit denen wir zusammen sind. Es geht darum, wirklich zuzuhören, den anderen wahrzunehmen und den Moment zu genießen.

Ein gemeinsames Hobby oder eine Aktivität kann dabei helfen, die Beziehung zu stärken. Ob es nun ein wöchentlicher Spieleabend, das gemeinsame Kochen oder ein sportlicher Ausflug ist – solche regelmäßigen Rituale schaffen nicht nur eine gute Zeit, sondern auch wertvolle Erinnerungen. Sie geben den Beziehungen eine Struktur und helfen, sie lebendig zu halten. Es sind diese gemeinsamen Erlebnisse, die uns verbinden und die Beziehung bereichern. Sie schaffen eine Basis, auf der wir aufbauen können, gerade wenn das Leben einmal herausfordernd wird.

Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, keine Energie für andere zu haben, in denen wir uns am liebsten zurückziehen und nur für uns sein möchten. Das ist völlig in Ordnung. Selbstfürsorge ist wichtig, und es gibt Phasen, in denen wir uns erst einmal um uns selbst kümmern müssen. Doch auch in diesen Zeiten ist es wichtig, den Kontakt zu unseren Liebsten nicht vollständig abbrechen zu lassen. Ein kurzes Telefonat, eine Nachricht oder ein Spaziergang können helfen, die Verbindung zu halten, ohne dass wir uns überfordern.

Besonders wertvoll ist es, die Menschen um uns herum zu haben, wenn wir selbst nicht weiterwissen, wenn wir uns in unseren eigenen Gedanken verstricken oder das Gefühl haben, festzustecken. Dann sind es oft unsere Freunde oder Familienmitglieder, die uns mit einem anderen Blick auf die Situation helfen, eine neue Perspektive einzunehmen und Lösungen zu finden, die wir alleine nicht gesehen hätten. Sie können uns Mut machen, uns in den Arm nehmen und uns das Gefühl geben, dass alles gut wird, selbst wenn wir es gerade nicht glauben können.

In solchen Momenten wird klar, wie wichtig es ist, diese Beziehungen zu pflegen und zu schätzen. Sie sind ein Geschenk, das wir nicht als selbstverständlich hinnehmen sollten. Jeder von uns kennt vermutlich das Gefühl, wenn eine geliebte Person nicht mehr da ist, und man sich wünscht, man hätte mehr Zeit mit ihr verbracht. Dieses Bedauern zeigt uns, wie kostbar die Zeit ist, die wir mit unseren Liebsten haben. Es zeigt uns, dass es nicht die beruflichen Erfolge oder materiellen Dinge sind, die am Ende zählen, sondern die Menschen, die uns lieben und die wir lieben.

Deshalb ist es so wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, wie viel diese Beziehungen uns bedeuten und wie sehr sie unser Leben bereichern. Sie sind ein Fundament, auf dem wir unser Leben aufbauen können. Sie geben uns Halt, Orientierung und Sinn. Sie helfen uns, uns selbst besser zu verstehen und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Sie sind ein Netz, das uns auffängt, wenn wir fallen, und das uns trägt, wenn wir selbst nicht weiterwissen.

Zeit für Freunde und Familie zu reservieren, ist mehr als nur eine kleine Veränderung. Es ist eine Entscheidung für ein erfüllteres, glücklicheres Leben. Es ist eine Entscheidung, das Leben nicht allein, sondern gemeinsam zu leben, sich gegenseitig zu unterstützen und zu bereichern. Es ist eine Entscheidung, die uns daran erinnert, was wirklich wichtig ist. Die Zeit, die wir mit unseren Liebsten verbringen, ist nie verschwendet. Sie ist ein Geschenk, das wir uns selbst und den Menschen machen, die uns wichtig sind.

Indem wir bewusst Zeit für unsere Freunde und Familie schaffen, schenken wir ihnen nicht nur unsere Aufmerksamkeit, sondern auch ein Stück von uns selbst. Wir zeigen ihnen, dass sie uns wichtig sind, dass wir sie schätzen und dass wir gerne Zeit mit ihnen verbringen. Das stärkt nicht nur die Beziehung, sondern auch uns selbst. Es gibt uns das Gefühl, zu einem größeren Ganzen zu gehören, Teil eines Netzwerks zu sein, das uns trägt und unterstützt. Es gibt uns die Kraft, den Herausforderungen des Lebens zu begegnen, und die Zuversicht, dass wir es schaffen, weil wir nicht allein sind.

Diese Zeit ist kostbar. Sie ist eine Investition in unser Wohlbefinden und unsere Zukunft. Sie ist eine Möglichkeit, uns mit den Menschen zu verbinden, die uns wichtig sind, und unser Leben mit Liebe, Freude und gemeinsamen Erlebnissen zu füllen. Sie ist eine Erinnerung daran, dass wir nicht nur für uns selbst leben, sondern auch für die Menschen, die uns begleiten und die unser Leben

reich und wertvoll machen.

Self Defence for Leaders – Wie du dich vor Überlastung schützt

Als Führungskraft bist du vieles: Wegbereiter, Begleiter, Konfliktnavigator und Raumöffner für Erfolg und Entwicklung. Egal ob mit oder ohne disziplinarische Macht – du sorgst dafür, dass Teams wachsen, Ziele erreicht und Hürden gemeinsam überwunden werden. Du bist oft der Ruhepol in stürmischen Zeiten, die Stimme der Vernunft und die Quelle der Klarheit, wenn der Weg ungewiss ist. Du führst Gespräche, moderierst Konflikte und entscheidest, wann die Zeit für Vertrauen und wann die Zeit für klare Grenzen ist. Doch während du dich unermüdlich um andere kümmerst, bleibt oft eine zentrale Frage unbeantwortet: Wer sorgt für dich?

Selbstschutz beginnt bei dir. Es geht darum, wie du klare Grenzen setzt, deine Energie schützt und deine Resilienz stärkst. Denn Selbstschutz ist nicht egoistisch – er ist notwendig und unverzichtbar. Du kannst nur dann wirklich Kraft geben, wenn deine eigenen Ressourcen nicht erschöpft sind. Wer seine eigenen Bedürfnisse ignoriert, wird früher oder später zurückbleiben. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von schleichendem Verlust: Verlust an Motivation, an Klarheit und oft auch an der Freude an der eigenen Rolle. Indem du dich selbst schützt, schützt du letztlich auch dein Team und deine Organisation.

Persönliche Stressoren erkennen ist dabei der erste Schritt. Was genau lässt deine Energie sinken? Sind es permanente Erreichbarkeit, ungelöste Konflikte, unrealistische Erwartungen oder Verantwortlichkeiten, die nicht wirklich zu dir gehören? Vielleicht belastet dich auch das Gefühl, in allem funktionieren zu müssen, ohne Zeit zum Atemholen. Es lohnt sich, hier innezuhalten und diese Belastungen klar zu benennen. Die Antworten darauf schaffen Klarheit und eröffnen dir neue Möglichkeiten: Was kannst du loslassen? Was kannst du delegieren? Wo kannst du Grenzen setzen, um dich zu entlasten? Oft hilft schon eine kleine Entscheidung, um Raum zu schaffen und Druck zu reduzieren.

Grenzen setzen ist Führungskompetenz. Grenzen zu definieren bedeutet nicht, weniger zu leisten. Es bedeutet, den Fokus dorthin zu lenken, wo du wirklich einen Unterschied machst. Es erfordert Mut, „Nein“ zu sagen, aber dieses Nein schafft Raum für viele kraftvolle Ja: Ja zu deiner Gesundheit, Ja zu wichtigen Prioritäten und Ja zu langfristiger Wirksamkeit. Ohne Grenzen wirst du zur offenen Einladung für Fremdansprüche und Erwartungen. Grenzen zu ziehen ist ein Akt der Selbstführung und ein Vorbild für andere, die lernen können, dass Balance nicht verhandelbar ist.

Resilienz entsteht durch Routinen und Gewohnheiten. Selbstschutz bedeutet auch, Strategien zu entwickeln, die deine Energiequellen kontinuierlich pflegen. Was sind die kleinen Rituale, die dir guttun? Ein klarer Start in den Tag, bewusste Pausen, der Spaziergang an der frischen Luft oder ein kurzes Atemtraining können Wunder wirken. Selbst die einfachsten Gewohnheiten haben eine große Wirkung, wenn sie regelmäßig gepflegt werden. Es geht nicht darum, noch mehr in deinen Alltag zu packen, sondern darum, bewusst kleine Momente der Ruhe zu schaffen. Sie sind es, die dich langfristig stärken und deine Führungskraft erhalten.

Ein gesunder Umgang mit Verantwortung bedeutet außerdem, Vertrauen zuzulassen. Als Leader ist Delegation kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Vertrauen und Weitsicht. Wer alles alleine machen will, nimmt nicht nur sich selbst die Kraft, sondern auch seinem Team die Chance zu wachsen. Lernen loszulassen, bedeutet zu verstehen, dass Führung nicht bedeutet, alles zu kontrollieren, sondern gemeinsam zu gestalten. Dein Job ist nicht, alle Probleme selbst zu lösen, sondern dafür zu sorgen, dass dein Team es kann. So entsteht eine Balance zwischen deiner Verantwortung und deinem Wohlbefinden.

Self Defence für Leader ist nicht nur ein Thema, sondern eine Haltung. Es geht darum, dir selbst die Erlaubnis zu geben, stark zu bleiben, ohne dich zu überfordern. Es geht darum, Vorbild zu sein für Selbstfürsorge und Balance. Deine Energie ist kostbar, und sie bewusst zu schützen ist der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg – für dich und die Menschen, die du begleitest.

Vielleicht teile ich im Januar noch mehr zu diesem Thema – wer weiß? Balance und Resilienz bleiben jedenfalls immer aktuell.

Grüße

Michaelus

Kleine Veränderungen 13: Atemübungen durchführen – frischen Wind in deinen Körper lassen

Atemübungen – allein schon das Wort hat bei mir zunächst eine skeptische Reaktion ausgelöst. Ich war mir sicher, dass dies in die Kategorie „esoterischer Kram“ fällt, der nichts für mich ist. Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn man etwas schon ablehnt, bevor man sich wirklich damit auseinandergesetzt hat. Aber genau das wollte ich ändern. Ich hatte mir vorgenommen, offen für neue Erfahrungen zu sein, alte Vorurteile abzulegen und Dinge auszuprobieren, die ich früher vielleicht belächelt hätte. Also begann ich, mich näher mit dem Thema Atemübungen zu beschäftigen.

Zugegeben, mein erster Versuch war eher halbherzig. Ich setzte mich hin, schloss die Augen und versuchte, einfach nur auf meinen Atem zu achten. Doch meine Gedanken sprangen wild umher, ich konnte mich kaum konzentrieren und fragte mich die ganze Zeit, ob das wirklich irgendetwas bringen würde. Frustriert gab ich nach kurzer Zeit auf und war mir sicher, dass Atemübungen nichts für mich sind. Doch etwas in mir wollte es dennoch genauer wissen. Vielleicht lag es daran, dass ich in verschiedenen Berichten gelesen hatte, wie viele positive Effekte diese einfache Praxis auf den Körper und den Geist haben kann. Vielleicht war es aber auch nur mein eigener Ehrgeiz, der mich nicht so schnell aufgeben lassen wollte.

Dann stieß ich auf eine spezielle Atemtechnik, die „Box Breathing“ genannt wird. Diese Technik, so las ich, wird von militärischen Einheiten eingesetzt, um in stressigen Situationen die Nerven zu bewahren und die Konzentration zu erhöhen. Das klang plötzlich gar nicht mehr so esoterisch. Wenn es den Soldaten hilft, mit extremen Belastungen umzugehen, warum sollte es dann nicht auch mir helfen, den alltäglichen Stress besser zu bewältigen? Ich beschloss, es auszuprobieren.

Die Methode ist denkbar einfach: Man atmet in vier gleichmäßigen Phasen, wobei jede Phase die gleiche Zeitdauer hat. Zum Beispiel vier Sekunden einatmen, dann vier Sekunden den Atem halten, vier Sekunden ausatmen und erneut vier Sekunden halten. Dieser Zyklus wird mehrere Minuten lang wiederholt. Ich setzte mich also hin, schloss die Augen und begann, mich auf meinen Atem zu konzentrieren. Anfangs fiel es mir schwer, den Rhythmus beizubehalten. Mein Atem stockte, meine Gedanken wanderten ab, und ich musste mich immer wieder ermahnen, bei der Übung zu bleiben. Doch nach einigen Wiederholungen merkte ich, wie sich mein Atemrhythmus beruhigte und ich mich mehr auf das Ein- und Ausatmen konzentrieren konnte.

Plötzlich stellte sich eine Ruhe ein, die ich so nicht erwartet hatte. Mein Herzschlag wurde langsamer, meine Gedanken wurden klarer, und ich fühlte mich nach der Übung deutlich entspannter. Es war ein ungewohntes, aber angenehmes Gefühl. Ich war überrascht, dass eine so einfache Technik eine so starke Wirkung haben konnte. Die anfängliche Skepsis wich einer echten Neugierde. Ich begann, mich intensiver mit dem Thema Atemübungen zu beschäftigen und entdeckte, dass es eine Vielzahl verschiedener Techniken gibt, die alle auf unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele ausgerichtet sind.

Was mich besonders faszinierte, war die Tatsache, dass der Atem nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein sehr kraftvoller Prozess ist, den wir oft unterschätzen. Wir atmen jeden Tag, ohne darüber nachzudenken, doch wie wir atmen, kann einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. Der Atem ist eine direkte Verbindung zwischen Körper und Geist. Wenn wir bewusst atmen, können wir sowohl unseren Körper als auch unsere Gedanken beruhigen. Das wusste ich zwar theoretisch, doch es selbst zu erleben, war eine völlig neue Erfahrung.

Atemübungen helfen dabei, den sogenannten Parasympathikus zu aktivieren, einen Teil unseres Nervensystems, der für Entspannung und Erholung zuständig ist. In stressigen Situationen oder wenn wir uns von negativen Emotionen überwältigt fühlen, reagiert unser Körper oft automatisch mit einer flachen, schnellen Atmung. Diese Art des Atmens signalisiert dem Körper, dass Gefahr droht, und versetzt uns in einen Zustand erhöhter Anspannung. Durch bewusstes, tiefes Atmen können wir diesen Automatismus durchbrechen und unseren Körper wieder in einen Zustand der Ruhe versetzen. Das ist eine erstaunliche Fähigkeit, die wir jederzeit und überall nutzen können.

Nach den ersten positiven Erfahrungen mit dem Box Breathing wollte ich wissen, wie ich Atemübungen noch gezielter in meinen Alltag integrieren kann. Es ist eine Sache, sich zu Hause hinzusetzen und bewusst zu atmen, aber wie lässt sich das in stressigen Situationen umsetzen, wenn der Kopf voller Gedanken ist und der Körper unter Anspannung steht? Ich begann, kleine Atemübungen in meinen Alltag einzubauen. Morgens, direkt nach dem Aufwachen, nahm ich mir ein paar Minuten Zeit, um tief durchzuatmen und mich auf den Tag einzustimmen. Dabei stellte ich mir vor, wie ich mit jedem Atemzug neue Energie aufnehme und mit jedem Ausatmen die Anspannung der Nacht loslasse.

Auch während der Arbeit versuchte ich, regelmäßig kurze Atempausen einzulegen. Besonders in stressigen Momenten, wenn die Aufgaben sich zu stapeln schienen und ich das Gefühl hatte, den Überblick zu verlieren, half mir die bewusste Atmung, einen Schritt zurückzutreten und mich zu sammeln. Schon ein paar tiefe Atemzüge genügten oft, um den Stresspegel zu senken und mich wieder zu fokussieren. Es war, als würde ich durch das bewusste Atmen eine kleine Pause-Taste in meinem Kopf drücken, die mir half, mich aus der Spirale der Gedanken und Emotionen zu befreien.

Was mich dabei besonders beeindruckte, war, dass Atemübungen so simpel und doch so wirkungsvoll sind. Sie erfordern keine besondere Ausrüstung, keinen speziellen Ort und keine lange Vorbereitung. Sie können jederzeit und überall durchgeführt werden. Egal, ob man im Auto sitzt, an der Bushaltestelle wartet oder im Büro am Schreibtisch arbeitet – ein paar tiefe Atemzüge sind immer möglich. Es ist eine Art „Soforthilfe“, die man immer bei sich hat und die sofort wirkt. Dieses Bewusstsein gab mir eine neue Art von Sicherheit. Egal wie stressig oder chaotisch der Tag auch wurde, ich wusste, dass ich jederzeit innehalten und durch ein paar bewusste Atemzüge wieder zu mir selbst finden konnte.

Natürlich gab es auch Tage, an denen das nicht so gut funktionierte. Tage, an denen ich zu angespannt war, um mich wirklich auf den Atem zu konzentrieren, oder Tage, an denen die Gedanken so laut waren, dass sie die ruhigen Atemzüge übertönten. Doch das ist in Ordnung. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, es immer wieder zu versuchen. Jede bewusste Atmung ist ein Schritt in die richtige Richtung, ein Schritt zu mehr Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Diese Haltung half mir, geduldig mit mir selbst zu sein und nicht aufzugeben, wenn es mal nicht so gut lief.

Mit der Zeit entdeckte ich, dass Atemübungen nicht nur in stressigen Situationen hilfreich sind, sondern auch ein wunderbarer Weg, um den Tag zu beginnen oder abzuschließen. Morgens, bevor ich in den Tag starte, setze ich mich für ein paar Minuten hin und konzentriere mich auf meinen Atem. Diese kurze Übung hilft mir, den Tag ruhig und zentriert zu beginnen. Abends, vor dem Schlafengehen, nehme ich mir ebenfalls ein paar Minuten Zeit, um bewusst zu atmen und die Anspannung des Tages loszulassen. Es ist ein kleines Ritual geworden, das mir hilft, den Tag abzuschließen und zur Ruhe zu kommen.

Atemübungen haben mein Leben auf eine Weise bereichert, die ich nie für möglich gehalten hätte. Sie haben mir gezeigt, dass es oft die kleinen, einfachen Dinge sind, die die größte Wirkung haben können. Sie haben mir geholfen, stressige Situationen besser zu bewältigen, mich in Momenten der Unruhe zu sammeln und meinen Alltag bewusster und achtsamer zu gestalten. Sie haben mir gezeigt, dass wir immer die Möglichkeit haben, innezuhalten, durchzuatmen und neu zu beginnen, egal wie hektisch oder herausfordernd das Leben auch sein mag.

Diese Erfahrungen haben meine anfängliche Skepsis gegenüber Atemübungen vollständig beseitigt. Was ich früher als esoterischen Unsinn abgetan hätte, ist heute ein wertvoller Bestandteil meines Lebens. Atemübungen sind für mich zu einem Werkzeug geworden, das mir hilft, in Verbindung mit mir selbst zu bleiben, auch inmitten der Herausforderungen des Alltags. Sie sind ein Anker, der mir Halt gibt, wenn die Wellen des Lebens höher schlagen. Sie erinnern mich daran, dass ich immer wieder zurückkehren kann zu dem, was wirklich zählt – zu mir selbst und dem gegenwärtigen Moment.

Heute kann ich sagen, dass ich froh bin, dass ich mich auf das Thema eingelassen habe, obwohl ich anfangs so viele Vorurteile hatte. Atemübungen haben mir gezeigt, dass es nicht darum geht, immer alles unter Kontrolle zu haben oder perfekt zu sein. Es geht darum, im Moment zu sein, den Atem als Anker zu nutzen und die Verbindung zu sich selbst nicht zu verlieren. Es geht darum, die kleinen Pausen im Alltag zu nutzen, um durchzuatmen und sich daran zu erinnern, dass wir nicht nur funktionieren, sondern auch leben dürfen. Diese Erkenntnis hat mein Leben bereichert und mir gezeigt, dass es oft die einfachsten Dinge sind, die die größte Kraft haben.

Atemübungen sind eine kleine Veränderung, die eine große Wirkung haben kann. Sie sind eine Einladung, sich selbst und dem eigenen Leben

mehr Aufmerksamkeit zu schenken, den Stress loszulassen und den Moment zu genießen. Sie sind ein Geschenk, das wir uns selbst machen können – ein Geschenk, das uns hilft, bewusster und erfüllter zu leben.

Selbstreflexion

Der nächtliche Balanceakt unseres Lebens

🕰️ Vor nicht allzu langer Zeit durchlebte ich eine besonders schwierige Phase in meinem Privatleben. Es war eine Zeit voller Herausforderungen, die mich emotional und mental stark forderte. Oft hatte ich das Gefühl, im Dunkeln zu tappen und mehr Fragen als Antworten zu finden. Dennoch bekam ich aus meinem Umfeld immer wieder überraschende Rückmeldungen. Sätze wie: „Wow, du bist so reflektiert. Das hast du wirklich gut durchdacht.“ Oder: „Du bist trotz allem so geordnet. Das bewundere ich wirklich.“

💡 Solche Worte tun gut, keine Frage. Doch sie spiegeln oft nur die Oberfläche wider. Die Reflexion, die andere in mir sehen, ist kein Zufall und auch kein angeborenes Talent, das mir einfach in die Wiege gelegt wurde. Sie ist das Ergebnis jahrelanger innerer Arbeit, das Produkt unzähliger, oft schlafloser Nächte. Es ist, als hätte ich einen nächtlichen Trainingsplan für Gedankenmarathons absolviert. Alles, was ich heute an Klarheit und Reflexionsfähigkeit mitbringe, wurde teuer bezahlt – mit Momenten des Zweifels, des Grübelns und manchmal auch der Verzweiflung. Es waren Stunden, in denen ich mich fragte: Warum muss ich alles so genau analysieren? Warum kann ich nicht einfach einmal Dinge ruhen lassen?

💡 Diese Fragen führten mich jedoch tiefer in meine eigene Welt. In dieser Zeit habe ich mich nicht nur mit den offensichtlichen Problemen auseinandergesetzt, die direkt vor mir lagen, sondern auch mit tieferliegenden Mustern. Es sind die unsichtbaren Stolpersteine, die sich über Jahre hinweg in unseren Alltag eingeschlichen haben, oft unbemerkt und gut getarnt. Diese Muster zu erkennen, erfordert mehr als oberflächliches Nachdenken. Es braucht die Bereitschaft, innezuhalten, genau hinzuschauen und auch die unangenehmen Fragen zu stellen: Warum reagiere ich immer wieder auf dieselbe Art und Weise? Woher kommt dieses Gefühl wirklich? Es ist ein Prozess, der Zeit und Mut erfordert, weil er oft schmerzhafte Wahrheiten ans Licht bringt.

💡 Es gab viele Momente, in denen ich mir wünschte, all das einfach hinter mir lassen zu können. Ich hätte so vieles dafür gegeben, eine gesunde Portion Ignoranz mit meiner akribischen Art zu tauschen. Wie schön wäre es gewesen, einfach einmal zu sagen: Ach, das wird schon, und dann wie ein Baby einzuschlafen. Stattdessen lag ich wach, gefangen in meinen Gedanken, die sich wie ein unaufhaltsamer Film vor meinem inneren Auge abspielten. Ich beobachtete meine Sorgen, wie sie sich in endlosen Schleifen wiederholten, und manchmal schien es, als würde ich keinen Ausweg finden. Vielleicht liegt die wahre Kunst der Selbstreflexion genau hier: in der Balance zwischen Übung, Notwendigkeit und einem liebevollen Umgang mit den eigenen Schwächen. Denn am Ende tappe ich, wie wir alle, immer wieder in dieselben Fallen. Doch mit jeder neuen Erkenntnis, so klein sie auch sein mag, gelingt es mir, diese Muster ein wenig besser zu verstehen und zu durchbrechen.

💭 Doch es geht nicht nur darum, sich selbst zu analysieren. Reflexion bedeutet auch, die Verbindung zwischen dem Innen und Außen zu erkennen. Oft sind es die kleineren Alltagssituationen, die wie ein Spiegel wirken und uns zeigen, wo wir stehen. Ein scheinbar harmloser Streit kann plötzlich alte Wunden aufreißen oder tief verwurzelte Ängste ans Licht bringen. Diese Momente führen uns zurück zu Mustern, die wir manchmal lieber ignorieren würden. Doch genau hier liegt die Chance: Wer bereit ist, diese Dynamiken zu erkennen, kann nicht nur die eigene Lebensqualität verbessern, sondern auch ein besseres Verständnis für andere entwickeln.

☯️ Selbstreflexion ist ein Balanceakt zwischen Licht und Schatten. Die schlaflosen Nächte – sie haben ihren Preis. Doch der Blick, den man dadurch auf sich selbst und die Welt gewinnt? Er ist unbezahlbar. Mit jeder Erkenntnis, die ich gewinne, spüre ich, wie ich ein Stück mehr in meiner eigenen Mitte ankomme. Und obwohl ich die Sehnsucht nach erholsamem Schlaf manchmal stark empfinde, würde ich diese Reise zu mir selbst nicht eintauschen wollen. Denn sie hat mir gezeigt, dass in der Tiefe der eigenen Gedankenwelt oft die wertvollsten Einsichten verborgen liegen.

🪄 Vielleicht ist das das wahre Geschenk der Reflexion. Es ist kein prächtig verpacktes Präsent mit Schleife und Glitzer, sondern ein handgefertigtes Werkzeug, das oft unter großer Anstrengung entsteht. Dieses Werkzeug erlaubt es uns, die eigenen Muster zu erkennen und nach und nach zu verändern. Doch seine Wirkung reicht noch weiter: Es schärft auch den Blick für die Verhaltensweisen und Dynamiken anderer. Im Arbeitsalltag, in Teams oder Beziehungen kann genau diese Fähigkeit Türen öffnen, um Menschen und Situationen auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Sie ermöglicht es, Konflikte besser einzuordnen, empathischer zu reagieren und gemeinsam Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten bereichernd sind.

✨ Am Ende ist Reflexion nicht nur ein Schlüssel zu mehr Selbstkenntnis, sondern auch zu einem tieferen Verständnis unserer Mitmenschen. Sie zeigt uns, dass wir alle auf unserem eigenen Weg sind, mit unseren eigenen Herausforderungen und Höhen und Tiefen. Und genau dieses Verständnis schafft eine Grundlage für Verbundenheit und gegenseitige Wertschätzung – sei es im privaten oder beruflichen Kontext. Denn letztlich sind wir alle nur Menschen, die versuchen, ihre eigene Balance zu finden.

Grüße,
Michael

❓ Was motiviert dich wirklich❓

Motivation als Grundlage für jede Chance

❓ Was motiviert dich wirklich? ❓

Motivation als Grundlage für jede Chance

🌇 Es war ein kühler Morgen im Wintersemester an der Hochschule Worms. Der Kurs Changemanagement und Transformation hatte gerade begonnen. Die Studierenden blickten mich neugierig an. „Was motiviert uns wirklich?“ fragte ich, um mit dem ersten Thema zu starten. Es war keine einfache Einstiegsfrage, sondern eine, die den Kern unseres Denkens und Handelns herausforderte.

💡 Eine Frage, die einfach klingt, aber erstaunlich komplex ist. Denn Motivation ist nicht nur ein Antrieb, sie ist die Grundlage für Veränderung, für echten Change. Motivation ist kein statisches Konzept, sondern von Mensch zu Mensch unterschiedlich und ständig in Bewegung. Sie ist der unsichtbare Motor, der uns antreibt, Grenzen zu überwinden und Chancen zu ergreifen. Sie ist es, die uns dazu bringt, aus der Komfortzone herauszutreten, neue Wege zu gehen und Herausforderungen anzunehmen.

💡 Ich erinnere mich besonders an Äußerungen wie „Lebensfreude“ oder „Erfolg“. Daneben standen Begriffe wie „mentale und körperliche Gesundheit“ und „Freiheit“. Manche wirkten fast poetisch: „Wenn ich aktiv merke, dass das, was ich tue, für die Zukunft etwas bringt.“ Andere waren pragmatischer, wie „Geld“ oder „Zeitmanagement“. Diese Vielfalt zeigte eindrücklich, wie individuell Motivation ist. Während einige Sicherheit suchten, sehnten sich andere nach Selbstverwirklichung oder dem Gefühl, etwas Bedeutendes zu bewirken. Motivation ist ein Kaleidoskop – jede Person bringt ihre eigenen Farben und Muster ein.

💡 Um tiefer in das Thema einzutauchen, nutzte ich die Moving Motivators aus der Management 3.0-Welt, entwickelt von Jurgen Appelo. Diese Methode lädt uns ein, über die oberflächlichen Gründe für unser Handeln hinauszudenken. Es geht nicht darum, „richtige“ oder „falsche“ Motivationsfaktoren zu finden, sondern darum, die eigene innere Antriebskraft zu erkennen. Diese Reflexion ist der erste Schritt, um die eigene Motivation zu verstehen und sie bewusst zu nutzen. Es ist wie eine Reise zu den Fundamenten unserer Entscheidungen, die uns nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weiterbringt.

💡 Der spannendste Moment war, als die Studierenden ihre Motivators in eine persönliche Reihenfolge brachten. Plötzlich entstand ein Bild davon, wie Motivation ein Zusammenspiel von inneren Bedürfnissen und äußeren Einflüssen ist. Gedanken wie „Ich dachte immer, Geld sei das Wichtigste. Aber eigentlich will ich damit nur Freiheit erkaufen.“ oder „Freiheit ist wunderbar, aber ohne mentale Gesundheit kann ich sie nicht genießen.“ hallten durch den Raum. Diese Erkenntnisse führten zu intensiven Diskussionen und neuen Perspektiven. Es war faszinierend zu sehen, wie schnell eine simple Übung dazu führte, dass Menschen ihre Werte und Prioritäten hinterfragten und gleichzeitig die anderer besser verstanden.

💡 Was sich dabei schnell herauskristallisierte, war die Relevanz für Führungskräfte. Sie müssen die tieferen Antriebe ihrer Teams verstehen, um echte Transformation zu ermöglichen. Denn nur wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Motivation erkannt und wertgeschätzt wird, kann Veränderung nicht als Bedrohung, sondern als Chance erlebt werden. Motivation wird so zum Schlüsselinstrument für nachhaltigen Erfolg. Ein Team, das motiviert ist, kann Herausforderungen nicht nur bewältigen, sondern sie in Chancen umwandeln. Motivation schafft Vertrauen, Zusammenhalt und die Basis für Innovation.

💡 Die Ergebnisse, die an der Wand der Hochschule Worms klebten, waren mehr als Worte. Sie waren ein lebendiger Spiegel der Motivationslandschaft der Gruppe. Sie zeigten, dass Motivation sowohl rational als auch emotional sein kann, dass sie komplex und doch greifbar ist. Am Ende der Session hatten wir nicht nur Antworten auf meine Frage, sondern auch ein tieferes Verständnis dafür, wie wir diese Motivation nutzen können, um unser Leben und unsere Arbeit sinnvoller zu gestalten. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für Studierende, sondern für jeden Menschen relevant, der aktiv an seiner Zukunft arbeiten möchte.

💡 Diese Arbeit mit den Moving Motivators hat mir wieder einmal gezeigt, wie essenziell es ist, über den Tellerrand hinauszuschauen. Motivation ist nicht nur ein Werkzeug, um Menschen anzutreiben. Sie ist der Kern dessen, was uns als Menschen ausmacht, der Grundstein für Veränderung und Fortschritt. Je besser wir sie verstehen, desto mehr können wir bewirken – für uns selbst, unsere Mitmenschen und die Welt. Dieser kühle Morgen in Worms war ein lebendiger Beweis dafür, wie wertvoll es ist, diesen Kern gemeinsam zu entdecken und darüber zu sprechen. Und mehr noch: Es war ein Beispiel dafür, dass Motivation nicht nur auf individueller Ebene wirkt, sondern auch ganze Gruppen und Organisationen in Bewegung bringen kann.

Kleine Veränderungen 12: Achtsamkeitsübungen integrieren – mach Dein Leben achtsamer

„Ich hab doch keine Zeit!“ Wie oft habe ich diesen Satz schon gesagt oder gehört. Zeit ist eine knappe Ressource, und wenn man mitten im Alltag steckt, scheinen die Stunden nur so dahin zu fliegen. Gerade deshalb ist es eine Herausforderung, neue Gewohnheiten zu etablieren, die zusätzlich Zeit in Anspruch nehmen. Man hat den Eindruck, dass jeder neue Baustein im Tagesablauf unweigerlich eine andere Aktivität verdrängen muss. In einem hektischen Leben, das von Terminen, Verpflichtungen und ständigen Aufgaben geprägt ist, wirkt es nahezu unmöglich, noch etwas „Extra“ unterzubringen – selbst wenn dieses „Extra“ das eigene Wohlbefinden steigern könnte.

Genau vor dieser Hürde stand ich auch, als ich mich entschloss, Achtsamkeit in meinen Alltag zu integrieren. Ich habe von den positiven Effekten der Achtsamkeitspraxis gehört und gelesen: Stressreduktion, mehr innere Ruhe und Klarheit, besserer Umgang mit Emotionen. Alles klang wunderbar und wünschenswert, aber ich fragte mich: „Wann soll ich das noch machen?“ Mein Terminkalender war voll, meine Tage durchgetaktet. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich zwischen all den Verpflichtungen noch Platz für Achtsamkeitsübungen finden sollte.

Dann wurde mir klar, dass es nicht darum geht, zusätzliche Zeit zu schaffen. Es geht vielmehr darum, Achtsamkeit in den bereits bestehenden Alltag zu integrieren. Ich musste meine Vorstellung davon, was Achtsamkeit ist und wie sie praktiziert wird, an meine Realität anpassen. Es geht nicht unbedingt darum, eine halbe Stunde still auf einem Kissen zu sitzen und zu meditieren. Es geht auch darum, die Momente, die bereits vorhanden sind, bewusst zu nutzen. Es ist möglich, Achtsamkeit in kleine Lücken einzubauen, die sich im Laufe eines Tages ergeben – Momente, die sonst ungenutzt verstreichen, wie das Warten an der Bushaltestelle oder die Zeit im Fahrstuhl. Ich erkannte, dass es nicht darum ging, mehr Zeit zu haben, sondern die vorhandene Zeit bewusster zu nutzen.

Ein guter Ansatzpunkt war für mich der Weg zur Arbeit. Mein Fitnessstudio liegt praktischerweise direkt auf dem Weg, sodass ich morgens problemlos ein kurzes Training einbauen kann, ohne Umwege oder zusätzlichen Zeitaufwand. Diese Routine gibt mir bereits am Morgen das Gefühl, etwas Gutes für mich getan zu haben. Auch meine morgendliche Meditation habe ich in meine bestehende Morgenroutine integriert, sodass ich dafür keine zusätzliche Zeit einplanen muss. Beides hat mir gezeigt, dass es möglich ist, neue Gewohnheiten zu etablieren, ohne den Tagesablauf völlig umzukrempeln.

Aber wie sieht es während der Arbeit aus, wenn der Termindruck wächst und die Deadlines drängen? Auch hier habe ich einen Weg gefunden, Achtsamkeit in den Arbeitsalltag zu integrieren. Ich habe meine regelmäßigen Mitarbeiterbesprechungen in sogenannte „Walk & Talks“ umgewandelt. Die Idee ist denkbar einfach: Statt in einem stickigen Konferenzraum zu sitzen, treffen wir uns draußen und gehen zusammen spazieren. Die ersten Minuten verbringen wir dabei schweigend. Jeder hat die Möglichkeit, die Gedanken des Vormittags oder des vorangegangenen Meetings loszulassen und zur Ruhe zu kommen. Diese Minuten der Stille wirken Wunder. Sie schaffen eine Atmosphäre, in der jeder bei sich selbst ankommen kann, bevor wir ins Gespräch einsteigen. Die Bewegung und die frische Luft helfen, den Kopf freizubekommen und die Gedanken in Schwung zu bringen. Zudem fördert der Ortswechsel, weg vom Schreibtisch und raus ins Grüne, eine ganz andere Qualität der Kommunikation. Wir sprechen offener, entspannter, kreativer. Die Bewegung scheint nicht nur den Körper, sondern auch den Geist in Bewegung zu bringen.

Dieser kleine, aber wirkungsvolle Trick hat mir gezeigt, dass Achtsamkeitspraxis nicht zwangsläufig bedeutet, still zu sitzen und die Augen zu schließen. Es geht auch darum, die alltäglichen Tätigkeiten mit einer bewussteren Haltung anzugehen. Die Verbindung von Bewegung und Achtsamkeit hat für mich eine völlig neue Qualität in die Meetings gebracht. Die Atmosphäre ist gelöster, die Gespräche sind produktiver und ich selbst fühle mich danach energiegeladener, als wenn ich die gleiche Zeit am Schreibtisch verbracht hätte.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie ich Achtsamkeit in meinen Alltag integriert habe, sind kleine Pausen während der Arbeitszeit. Früher war ich es gewohnt, Pausen schnell und funktional zu gestalten. Ein Kaffee, ein Blick aufs Handy, vielleicht ein kurzer Plausch mit Kollegen. Doch das half mir kaum, den Kopf freizubekommen. Oft fühlte ich mich nach diesen „Pausen“ genauso gestresst wie zuvor. Nun nutze ich diese Pausen bewusster. Ich gehe an die frische Luft, atme tief durch, versuche meine Gedanken zu beruhigen und mich auf den Moment zu konzentrieren. Schon ein paar Minuten reichen oft aus, um mich wieder zu zentrieren und mit neuer Energie an die Arbeit zu gehen. Es geht nicht darum, lange Auszeiten zu nehmen, sondern die vorhandenen Pausen sinnvoll zu nutzen, um Kraft zu tanken und wieder in den Moment zurückzufinden.

Auch die Zeit, die man sonst als „Wartezeit“ betrachtet, bietet sich an, um Achtsamkeit zu üben. Ob im Auto an der roten Ampel, an der Bushaltestelle oder im Aufzug – diese kleinen Zwischenstopps im Alltag, die sonst oft als lästig empfunden werden, lassen sich hervorragend nutzen, um ein paar bewusste Atemzüge zu nehmen, sich zu sammeln und den Fokus wieder auf das Hier und Jetzt zu richten. Es sind diese scheinbar unscheinbaren Momente, die eine große Wirkung haben können, wenn man sie bewusst wahrnimmt und nutzt.

Achtsamkeit bedeutet für mich, bewusst zu erleben, was gerade ist. Das kann beim Zähneputzen sein, beim Essen oder beim Gehen. All diese Tätigkeiten führen wir oft gedankenlos aus, weil sie zur Routine geworden sind. Doch wenn man sie bewusst angeht, wenn man sich auf die Empfindungen konzentriert, die sie auslösen – den Geschmack der Zahnpasta, das Gefühl des Wassers auf der Haut, die Schritte auf dem Boden – dann wird der Moment zu etwas Besonderem. Man ist präsent, aufmerksam, und plötzlich hat das, was vorher banal und alltäglich schien, eine neue Tiefe. Diese Achtsamkeit hilft mir, den Tag bewusster zu erleben, weniger in Gedanken verloren zu sein und mehr im Moment zu leben.

Ein weiteres Ritual, das ich in meinen Alltag integriert habe, ist die bewusste Beendigung eines Arbeitstages. Früher war ich oft bis zum letzten Moment im Arbeitsmodus, schrieb noch schnell eine E-Mail, telefonierte mit einem Kollegen oder machte mir Gedanken über die Aufgaben des nächsten Tages. Das führte dazu, dass ich nach Feierabend nur schwer abschalten konnte und mich oft gestresst und erschöpft fühlte. Jetzt nehme ich mir am Ende eines Arbeitstages ein paar Minuten Zeit, um den Tag bewusst abzuschließen. Ich schreibe eine kurze Notiz über das, was ich erreicht habe, was mir gut gelungen ist und was ich am nächsten Tag in Angriff nehmen möchte. Danach atme ich ein paar Mal tief durch und stelle mir vor, wie ich den Arbeitsstress hinter mir lasse. Diese kleine, aber wirkungsvolle Übung hilft mir, den Kopf freizubekommen und den Feierabend wirklich zu genießen.

Achtsamkeit ist für mich ein Weg, mich selbst besser kennenzulernen und die kleinen Freuden des Alltags bewusster wahrzunehmen. Sie ist eine Möglichkeit, den oft hektischen und stressigen Alltag zu entschleunigen und dem Leben mehr Tiefe und Bedeutung zu geben. Es geht nicht darum, den gesamten Tagesablauf umzukrempeln oder stundenlang zu meditieren. Es geht darum, die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen, bewusster zu leben und den Moment zu schätzen. Das ist es, was Achtsamkeit für mich ausmacht: die Fähigkeit, das Leben in all seinen Facetten wahrzunehmen, die kleinen Dinge zu schätzen und die Ruhe inmitten des Trubels zu finden.

Natürlich gelingt es mir nicht immer, achtsam zu sein. Es gibt Tage, an denen ich mich von den Anforderungen des Alltags überwältigen lasse, an denen ich hetze, funktioniere und die Achtsamkeit vergesse. Doch das ist in Ordnung. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, immer wieder neu zu beginnen, immer wieder in den Moment zurückzukehren und sich selbst die Erlaubnis zu geben, es einfach zu versuchen. Achtsamkeit ist ein Prozess, eine Reise, die nie endet. Sie ist die Einladung, das Leben mit offenen Augen zu sehen, mit einem offenen Herzen zu erleben und den Moment in seiner ganzen Fülle zu erfahren.

Ich habe gelernt, dass Achtsamkeit nicht etwas ist, das man einmal erlernt und dann beherrscht. Sie ist eine tägliche Praxis, ein ständiges Üben und ein immer wieder Neues Entdecken. Manchmal fällt es leicht, manchmal schwer. Aber je mehr ich übe, desto leichter fällt es mir, in stressigen Situationen innezuhalten, einen Schritt zurückzutreten und mich zu sammeln. Diese Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten die Ruhe zu bewahren, ist für mich der größte Gewinn der Achtsamkeitspraxis. Sie hilft mir, mich weniger von den äußeren Umständen beeinflussen zu lassen und mehr in meiner eigenen Mitte zu bleiben.

Die Integration von Achtsamkeit in meinen Alltag war für mich eine der wertvollsten Veränderungen, die ich in den

letzten Jahren vorgenommen habe. Sie hat mir geholfen, bewusster zu leben, mich selbst besser zu verstehen und den Moment mehr zu schätzen. Es sind die kleinen, bewussten Pausen, die mir helfen, mich immer wieder neu zu zentrieren und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Achtsamkeit ist für mich nicht nur eine Praxis, sondern eine Lebenshaltung, die mir zeigt, dass das Leben in seiner ganzen Fülle und Schönheit immer genau hier und jetzt stattfindet.