Schlagwort: Team

Resonanzräume – wenn Argumente bewegen

Manchmal drehen wir uns in Diskussionen im Kreis. Argumente werden wiederholt, Fronten verhärten sich, und am Ende bleibt die Frage offen: Welche Lösung trägt wirklich im Team?

Genau hier setzen Resonanzräume an. Statt nur zu reden, lassen wir Argumente im Raum wirken – körperlich, emotional und relational. Jede Bewegung wird zum Feedback: ein Schritt nach vorn zeigt Resonanz, ein Schritt zurück offenbart Störgefühle. Und manchmal reicht schon ein Zentimeter, um etwas sichtbar zu machen, das in Worten nie gesagt worden wäre.

Diese Methode verbindet Kopf und Bauchgefühl. Sie macht sichtbar, was bisher unsichtbar blieb, und eröffnet eine tiefere Entscheidungsbasis als jede Pro- und Contra-Liste. Teams erleben, wie sich Resonanz formt, wie sich Cluster bilden, und wie sich ein Bild verdichtet, das über Abstimmungen hinausgeht.

Die wahren Aha-Momente entstehen oft im Debrief. Was hat uns bewegt? Welche Argumente haben innerlich nachgehallt, auch wenn wir es nicht gezeigt haben? Und was fehlt uns noch, um eine Entscheidung zu treffen, die wirklich trägt?

Resonanzräume laden dazu ein, Perspektiven zu wechseln, Unsichtbares sichtbar zu machen und Entscheidungen mit mehr Tiefe zu treffen.

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Ich habe alle Elemente, Reflexionsfragen und Anwendungshinweise für dich zusammengestellt – als PDF zum Ausdrucken, Besprechen, Nachdenken. Du kannst das Dokument hier direkt herunterladen:

Versuchs doch mal in der nächsten Sprint Retrospektive oder dem nächsten Refinement bei dem es eine Entscheidung ansteht.


Grüße,
Michaelus

👊🏻 Reality hits hard – und warum das manchmal das Beste ist, was uns passieren kann 🚧

Es gibt Sätze, die wirken wie ein tiefes Ein- und Ausatmen. Einer davon ist für mich Wer weiß, wofür es gut ist.

Oft habe ich ihn gehört – und genauso oft gedacht „Du hast leicht reden. Versuch mal, in meinen Schuhen zu laufen.“ Denn in dem Moment, in dem etwas nicht nach Plan läuft, fühlt es sich selten nach einer Chance an. Eher nach einem Stolperstein, der den ganzen Weg blockiert.

Doch mit der Zeit habe ich gemerkt genau hier steckt der eigentliche Wert. Wenn der Weg, den ich mir zurechtgelegt habe, versperrt ist, zwingt mich das, andere Pfade zu suchen. Manchmal gehe ich sie zögerlich, manchmal einfach los – und oft entdecke ich dabei Dinge, die ich vorher nicht sehen konnte. Weil mein Blick fest auf das Ziel gerichtet war, das ich ursprünglich erreichen wollte.

Und plötzlich öffnet sich irgendwo eine Tür, die gar nicht auf meinem Plan stand – und manchmal führt sie zu etwas Besserem, als ich es mir ausgedacht hätte.

Im Team passiert uns das genauso. Wir haben einen Plan, eine Vision, und dann kommt die Realität dazwischen. Ein Hindernis, eine Änderung, ein Problem, das wir nicht vorhergesehen haben. Wir können uns ärgern, verlieren und verbeißen – oder wir nehmen genau in diesem Moment den Perspektivwechsel an.

Vielleicht steckt in der Abweichung der eigentliche Fortschritt. Vielleicht ist das, was wir gezwungenermaßen neu denken müssen, am Ende der wertvollere Weg.

Ich glaube, wir sollten diesen Satz nicht nur als Trostpflaster betrachten, sondern als bewusste Haltung „Wer weiß, wofür es gut ist“ – nicht als Flucht vor dem Schmerz, sondern als Einladung, darin den verborgenen Schatz zu suchen.

Führung beginnt bei dir!

#Perspektivwechsel

#Resilienz

#Teamwork

#Veränderung

#Führung

👮🏻 Working Agreements sind kein Checklistenpunkt. Sie sind ein Vertrag – und ein Versprechen. 🤝🏻




Gestern durfte ich mal wieder eine Working Agreements Session durchführen. Es ist, wie ich finde, eines der mächtigsten Werkzeuge, die einem als Teamcoach zur Verfügung stehen. Nicht, weil das Ergebnis eine besonders clevere Liste von Regeln wäre. Sondern weil der Prozess selbst Türen öffnet, durch die man sonst nie gehen würde.

In der ORSC Arbeit – kurz für Organizational and Relationship Systems Coaching – sprechen wir von einer sogenannten Team Allianz. Sie ist mehr als nur eine Sammlung von Regeln. Sie ist ein bewusster Aushandlungsprozess, der wie ein Vertrag wirkt.

Bevor dieser Vertrag jedoch im Team verankert wird, beginnt der Prozess oft mit einer Coaching Allianz – also einer bewussten Vereinbarung zwischen Coach und Team. Sie bildet den sicheren Rahmen, in dem Vertrauen wachsen kann. Hier klären wir: Wie arbeite ich als Coach? Was kann das Team von mir erwarten – und ich vom Team?

Ein Vertrag, in dem wir festhalten, wie wir miteinander arbeiten wollen. Und was uns wichtig ist, wenn es mal schwierig wird.

Doch die Magie liegt nicht im Erstellen. Sie beginnt dann, wenn wir gemeinsam über die Begriffe auf der Liste sprechen. Wenn Buzzwords zu echten Gesprächen führen.

Mein Lieblingsbeispiel dafür ist das Thema Pünktlichkeit. Ein Begriff, so simpel und klar – und doch so unterschiedlich erlebt.

Ich persönlich gehöre zu denen, die lieber zu früh als zu spät sind. Ein paar Minuten vor dem Termin zu erscheinen fühlt sich für mich respektvoll an.

Andere sehen das ganz anders. Für sie ist pünktlich eben genau pünktlich. Nicht früher. Nicht später.

Und dann gibt es da noch meinen Neffen, der fest davon überzeugt ist, dass das berühmte akademische Viertel nicht nur okay, sondern sogar normal ist.

Im schlimmsten Fall hat der eine auf den anderen fast eine halbe Stunde gewartet.

Und wisst ihr was? Alle haben recht. Jeder ist in seiner Welt pünktlich!

Genau deshalb sind diese Gespräche so wertvoll. Wir beginnen zu verstehen, was wir unter bestimmten Begriffen wirklich meinen. Wir entdecken blinde Flecken, unausgesprochene Erwartungen und kulturelle Unterschiede, die vorher nie sichtbar waren. Und genau darin liegt die Kraft der Working Agreements!

Nicht in der Liste. Sondern im Gespräch darüber. Es geht nicht darum, die regeln die gemacht sind einzuklagen sondern ein gemeinsames Verständnis darüber zu bekommen.

Ein guter Vertrag hilft nicht nur bei Konflikten – er schafft Verbindung.

Grüße,
Michaelus

🤫 Muss es immer wieder das Superlativ sein? 🙃

Müssen wir wirklich immer lauter, schneller, besser?
Reicht gut nicht mehr aus?

Ich beobachte in Teams, Organisationen und auch bei Einzelpersonen ein wiederkehrendes Muster:
Es wird gehetzt, getrieben, geschoben.
Optimiert, beschleunigt, verdichtet.
Noch ein Meeting mehr. Noch ein Tool, das uns produktiver machen soll. Noch ein KPI, der nach oben zeigen muss.
Hier das Team noch ein wenig pushen.
Dort ein bisschen mehr Fokus schaffen.
Und am Ende bitte auch die Time to Market verkürzen – aber mit Leichtigkeit, Motivation und möglichst wenig Reibung.

Ich will hier nicht falsch verstanden werden! Das alles sind wichtige Themen!
Es ist sinnvoll, gute Arbeit zu machen.
Es ist klug, Dinge zu hinterfragen.
Und es ist richtig, als Organisation effizient zu handeln. Aber…

Kann und darf es das Einzige sein, worum es geht?
Wo ist der Raum für Pause? Für Reflexion?
Für ein echtes Innehalten, das nicht gleich als Zeitverschwendung gilt?
Wann feiern wir, was schon da ist – ohne gleich im nächsten Atemzug zu fragen, wie es noch besser gehen könnte? Und ohne in eine Wellnesoase abzudriften in der das Ausruhen nur noch Selbstzweck ist!

Denn so wie unser Körper nicht im Dauerlauf funktionieren kann, braucht auch ein Team Phasen der Regeneration. Nicht jede Anstrengung lässt sich linear skalieren. Nicht jede Initiative braucht sofort eine Wirkungsmessung.

Und das ist nicht nur eine Frage der Haltung – sondern auch eine psychologisch hochrelevante Beobachtung.

Die Forscher Thomas Curran und Andrew P. Hill haben in einer umfassenden Meta-Studie (Perfectionism Is Increasing Over Time, Psychological Bulletin, 2017) den besorgniserregenden Anstieg von Perfektionismus unter jungen Erwachsenen untersucht.

Ein zentrales Ergebnis war der gesellschaftliche und berufliche Druck, immer mehr leisten und sich immer weiter verbessern zu müssen, führt bei vielen zu einem Phänomen, das sie als socially prescribed perfectionism bezeichnen – also der tief verankerten Überzeugung, nur dann akzeptiert zu sein, wenn man den (vermeintlichen) Erwartungen anderer entspricht.

Dieses Muster hat gravierende Folgen. Erhöhte Burnout-Raten, depressive Symptome, innere Leere. Das Gefühl, nie genug zu sein – egal, was man erreicht.

In Organisationen äußert sich das oft in chronisch überforderten Teams, Innovationsmüdigkeit und einer Kultur, in der Fehler nicht mehr als Lernchancen, sondern als Schwächen gewertet werden.

Der Output steigt kurzfristig, die Widerstandskraft sinkt langfristig.
Was also tun?
Vielleicht beginnt es mit einer ganz einfachen, fast zärtlichen Frage:
Reicht das, was wir gerade tun – so wie wir es tun – vielleicht einfach aus?

Nicht alles muss wachsen.
Nicht alles muss schneller gehen.
Nicht alles muss messbar besser sein.

In der Medizin nennt man ständiges, unkontrolliertes Wachstum Tumor. Nur mal so als Denkangebot…

Folge 020 Konflikte stinken

Manche Konflikte wirken wie kratzige Socken – andere enthalten Apfelkuchen mit Nüssen. In dieser Episode erfährst du, warum es sich lohnt, Konflikte als Geschenke zu begreifen – und warum du sie manchmal trotzdem besser nicht annimmst.

Mit persönlicher Geschichte, starken Bildern und einem kurzen Ausflug ins Thomas-Kilmann-Konfliktmodell bekommst du Impulse, wie du bewusster mit Reibung umgehen kannst.

Für alle, die nicht jedem Streit aus dem Weg gehen – aber auch nicht jeder Auseinandersetzung hinterherrennen wollen.

viel Spaß beim hören

Michaelus

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Michaelus


Und nicht vergessen:

Ich hab noch viel zu erzählen!

🤫 Wenn die Stille einkehrt 💬

🤫 Wenn die Stille einkehrt 💬

In meinen letzten Artikeln bin ich immer wieder an einem Thema hängen geblieben: #Konflikte. Ich habe sie „Geschenke“ genannt – Geschenke, die wir annehmen können, aber nicht müssen. Geschenke, die, wenn wir sie ignorieren, anfangen zu stinken. Und ich habe darüber gesprochen, wie wir sie so auspacken können, dass sie uns nicht überwältigen, sondern weiterbringen.

Doch was, wenn kein Paket mehr ankommt?

Was, wenn nichts mehr raschelt, nichts mehr knistert?

Was, wenn die Spannung aus dem Raum gewichen ist?

Was, wenn… Stille einkehrt?

Nicht die gute Stille. Nicht die Art von Stille, die wohltuend ist, nachhallt, zum Innehalten einlädt. Sondern die andere. Die, die sich wie eine dicke Decke über alles legt. Gespräche versanden. Blicke weichen aus. Feedback bleibt aus. Entscheidungen werden nur noch abgenickt. Und auf die Frage „Wie läuft’s?“ kommt ein Schulterzucken.

Diese Stille ist trügerisch.

Sie ist kein Frieden. Sie ist ein Waffenstillstand.

Und oft das Ergebnis von zu viel Frust, zu wenig Resonanz – und dem Gefühl, dass sich Reden ohnehin nicht mehr lohnt.

Emotionen sind nicht weg. Sie haben nur die Bühne verlassen.

Wo vorher #Spannung war, ist nun Erstarrung.

Wo vorher Konflikt war, ist nun Gleichgültigkeit.

Und ich frage mich: Ist das wirklich besser?

In #Teams, in #Organisationen – ja, auch in #Beziehungen – erlebe ich diese Momente immer wieder. Die Konflikte sind durch, die Kämpfe geführt. Doch statt einer echten Klärung bleibt Leere. Und hinter der Leere? Manchmal Resignation. Manchmal Angst. Manchmal einfach nur Müdigkeit.

Was tun, wenn es still wird?

Ich glaube, es braucht dann keine neuen Tools. Keine strukturierte Retrospektive, keine Feedbackmethodik. Sondern einen echten Moment der #Begegnung. Jemanden, der sagt: „Ich merke, hier ist etwas. Ich spüre, dass da mal mehr war – an Energie, an Emotion, an Verbindung.“

Und dann braucht es #Mut.

Mut, diese Stille nicht einfach auszuhalten, sondern sie zu hinterfragen.

Mut, Raum für das zu schaffen, was unausgesprochen geblieben ist.

Und vielleicht – ganz vielleicht – wieder einen ersten Satz zu sprechen.

„Ich hab dich vermisst.“

„Ich hab mich zurückgezogen.“

„Ich weiß gerade nicht weiter.“

Und aus dieser einen kleinen Bewegung heraus kann etwas Neues entstehen. Kein Zurück zu vorher. Sondern ein Weiter – auf einer anderen Ebene.

Was ist deine Erfahrung mit dieser Art von Stille?

War sie dir schon mal lieber als der offene Konflikt?

Oder hast du Wege gefunden, sie zu durchbrechen?

Ich bin neugierig auf deine Gedanken.

cheers

Michaelus

Folge 019 Vorsicht vor Low Hanging Fruits

Growth and comfort do not coexist – mit diesem Zitat von Ginni Rometty steigen wir in eine neue Folge ein, die es in sich hat. Warum ist es so verlockend, in der Komfortzone zu bleiben? Und warum sabotiert uns genau das beim echten Fortschritt – als Einzelne, als Teams, als Organisation?

In dieser Folge beschäftige ich mich mit der Frage, warum echte Entwicklung oft dort beginnt, wo es unbequem wird – für uns selbst, in Teams und in Organisationen.

Ich spreche über den Unterschied zwischen echter Reife und bloßer Harmonie, über schnelle Erfolge im Vergleich zu nachhaltiger Veränderung – und darüber, wie leicht wir in die Falle tappen, Ruhe mit Fortschritt zu verwechseln.

Was hilft dabei, mehr Tiefe zuzulassen? Und wie können wir bewusst entscheiden, wann wir einfache Maßnahmen nutzen – und wann es sich lohnt, schwierigeres Terrain zu betreten?

Eine Folge mit Reflexionsfragen, Gedankenanstößen – und der Einladung, die Komfortzone auch mal bewusst zu verlassen.

Führung beginnt bei dir!

Bis bald

Michaelus

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Michaelus


Und nicht vergessen:

Folge 018 Leitplanken sind keine Gummibänder

Dieses Thema lässt mich nicht los.
Ich merke, wie sehr es mich beschäftigt – dieses Spannungsfeld zwischen Regeln, Haltung und echter Führung. Und ich glaube: Ich habe da noch etwas zu sagen.

In dieser Folge spreche ich über Leitplanken, über Integrität und über die Frage, warum unser eigenes Verhalten oft der einzige wirklich wirksame Einflussfaktor ist.
Ich teile eine persönliche Geschichte, eine starke Metapher – und wie immer gibt’s am Ende eine kleine Reflexionsaufgabe für dich.

Wenn du Führung ernst nimmst, dann ist das eine Folge für dich.

Führung beginnt bei dir!

Bis bald

Michaelus

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Michaelus


Und nicht vergessen:

🚗 Leitplanke oder Gummiband? 🪢

👆🏻 Egal ob laterale Führung oder die viel gescholtene disziplinarische – Führung ist immer auch eine Frage der Haltung. Eine Abwägung. Eine Entscheidung, die selten leichtfällt und sich nie ganz automatisieren lässt.

Wann bin ich unterstützend, fördernd, begleitend? Und wann bin ich rahmengebend, begrenzend, ja vielleicht sogar restriktiv?

👆🏻 Alle diese „Stances“, diese Haltungen, haben ihre Berechtigung. Und sicher gibt es noch viele mehr, die man einnehmen kann – je nach Kontext, Reifegrad und Situation. Aber genau das ist der Punkt – Führung ist kein statischer Zustand. Sie ist beweglich – im besten Fall bewusst beweglich.

💡 Vor einiger Zeit habe ich einen Workshop zur Zusammenarbeit moderiert. Nach der Session bekam ich eine Rückmeldung, die mich nachdenklich gemacht hat – aber auch gefreut. Ich hätte „sehr klar und straight“ durchmoderiert, hieß es. In fast allen Feedbackbögen wurde das positiv hervorgehoben. Es kam an, es gab Orientierung. Und genau das war in diesem Moment offenbar hilfreich.

🤔 Eine Szene aus dem Workshop ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Wir diskutierten gerade über die Einhaltung von Commitments und die Frage, wie Regeln verändert werden können – und wann sie gelten müssen.

Das erinnerte mich an eine Situation aus der Erziehung meines Sohnes.

Wir hatten damals eine klare Regel: Um 20:00 Uhr war Schlafenszeit. Punkt.

Gleichzeitig gab es aber auch die Möglichkeit, diese Regel gemeinsam anzupassen – etwa wenn Besuch da war und wir länger zusammensaßen oder spielten. Dann redeten wir darüber. Und ja, manchmal verschoben wir die Schlafenszeit. Bewusst. Gemeinsam. Transparent.

💡 Aber es gab auch einen Moment, der nicht verhandelbar war: der Moment, in dem die Regel griff. Um Punkt acht.

Davor? Klar, sprechen wir drüber. Danach? Auch. Reflektieren, was gut war, was wir anders machen wollen. Aber in dem Moment, in dem die Regel gültig ist, braucht es keine Diskussion. Da braucht es Halt. Orientierung. Verlässlichkeit.

Was wäre denn eine Leitplanke auf der Autobahn wert, wenn sie jedes Mal, wenn jemand auf sie zufährt, nachgibt? Wenn sie weich wäre, dehnbar, formbar – und dadurch eben auch wirkungslos?

💡 Leitplanken tun ihren Job nicht, indem sie sich jeder Bewegung anpassen. Sie tun ihren Job, indem sie aufhalten. Begrenzen. Schützen. Weil wir uns vorher darauf verständigt haben, dass es dort nicht weitergeht.

Ich finde, das ist ein starkes Bild für Führung. Es hilft zu erklären, warum Regeln – so unmodern sie manchmal erscheinen mögen – eine Funktion haben, die über Kontrolle hinausgeht. Sie schaffen einen sicheren Rahmen. Sie machen Zusammenarbeit möglich. Nicht als Dogma, sondern als bewusst gesetzte Grenze.

💡 Und genau das ist eine zentrale Aufgabe von Führung: sich darüber klar zu werden, ob die Leitplanke gerade ihren Job tut. Oder ob wir, in Ruhe und gemeinsam, entscheiden sollten, sie zu versetzen.

Denn ja – Führung darf flexibel sein. Aber nicht beliebig.

Selbstportrait

Ein Team zu stärken, erfordert oft mehr als nur Gespräche – es braucht einen kreativen Ansatz, der den Menschen und seine Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Mit der Selbstporträt-Methode laden wir Teams dazu ein, auf spielerische und visuelle Weise Vertrauen aufzubauen und sich besser kennenzulernen.

Die Übung beginnt mit einem leeren Blatt Papier und einer Frage: „Wer bist du, und was macht dich aus?“ Ob Hobbys, Herkunft oder persönliche Werte – alles darf seinen Platz finden. Nach einem kreativen Schaffensprozess folgt ein „Gallery Walk“, bei dem die Teammitglieder ihre Werke vorstellen und über sich selbst sprechen.

Der wahre Zauber entfaltet sich jedoch in den Rückmeldungen: Mit positiven Ergänzungen oder Anmerkungen erkennen Teams die Stärken und Individualität jedes Einzelnen an. Das stärkt nicht nur die Kommunikation, sondern baut auch Vertrauen und eine offene Feedback-Kultur auf.

Diese Methode eignet sich perfekt, um Teams aus der Komfortzone zu holen und gleichzeitig Barrieren abzubauen. Ideal für Workshops, Onboarding-Prozesse oder als Einstieg in Retrospektiven.

Neugierig? Probiere es aus und teile deine Erfahrungen!